Diagnose mit Bildern

18. August 2019

Das neue Schuljahr hat begonnen, am Freitag waren zwei Jungen zu ihren ersten Stunden bei mir, äußerlich betrachtet erschienen beide reifer geworden zu sein. Ganz besonders zeigte sich das an dem Obstbaum-Bild des älteren Jungen. 10 Monate zuvor hatte er seinen ersten Obstbaum gezeichnet, der auf Grund der Ausführung auf ein Entwicklungsalter von höchstens 10 Jahren hindeutete. Der zweite Obstbaum weist auf einen großen Sprung hin, so dass ich sein Entwicklungsalter nun bei etwa 12 bis 13 Jahren sehe, was seinem biologischen Alter entspricht. Die einzelnen Bildelemente geben mir Hinweise, wie es in der Therapie für den Jungen weitergehen kann.

Doch wie ist es möglich, dass sich innerhalb von 6 bis 8 Wochen ein Mensch so rasch entwickelt, entfaltet? In meinem Beitrag vor den Ferien hatte ich auf die Ruhepause von der Schule und den damit verbundenen Anforderungen und Bedingungen und auf ausreichenden, unbelasteten Schlaf hingewiesen. Dazu kommt die besondere Situation der Pubertät, wo Entwicklung fast immer „springt“, die Kinder von heute auf morgen andere Wesen zu sein scheinen.

An diesem Beispiel wurde mir wieder sehr deutlich, wie dankbar ich bin, an Hand von Obstbaum-Zeichnungen und Mensch-Haus-Baum-Bildern von Kindern und Jugendlichen, die immer nur Momentaufnahmen sein können, direkten Einblick in ihre inneren Entwicklungs-Zustände zu bekommen.

 

Wer weiß, was die anderen Kinder und Jugendlichen mitbringen?

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       Bärbel Kahn

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