100 Jahre Waldorfpädagogik

04. Oktober 2019

Im September 1919 wurde vor 100 Jahren die erste Waldorfschule in Stuttgart eröffnet, heute gibt es ca. 1100 Waldorfschulen weltweit.

Rudolf Steiner nennt die Waldorfpädagogik den Beginn einer Pädagogik, "die nicht auf den Egoismus baut". Eine Pädagogik, in der nicht die Wirtschaft und die Politik die Bildungsziele vorgeben, sondern wo es darum geht, die Bildungsziele am Gang der Entwicklung im Kindes- und Jugendalter abzulesen.

Eine gesunde körperliche, seelische und geistige Entwicklung kann nur gelingen, wenn man die Bedingungen kennt, die dies ermöglichen.

Die wichtigste Bedingung ist, die Eigenaktivität von Kindern und Jugendlichen zu unterstützen - in Form von körperlicher Tätigkeit, künstlerischen Aktivitäten und sozialer Interaktion in Familie, Schule und Freundeskreis.

Genau diese drei wesentlichen Tätigkeitsfelder aber werden durch digitale Endgeräte unterbunden. Durch die Vorgaben der Software wird das Interesse gelenkt und wie festgehalten, der Körper ist in Ruhe, oft in einer Fehlhaltung. Zudem finden keine realen sozialen Auseinandersetzungen und Lernprozesse statt. So bleibt eine Gehirnreifung aus, die zu einem gesunden Selbst- und Umweltbewusstsein führt.

Tristan Harris, ein ehemaliger Google Designer und Mitbegründer des „Center for Humane Technology“ sagte kürzlich, dass das Internet eine Kultur des "Massen-Narzissmus" auf den Weg gebracht habe. Bereits nach 20 Jahren sehen wir, wie der mentale Gesundheitszustand der

10 bis 14Jährigen sich um 170 % verschlechtert hat: Depression, Essstörungen und Suizide nehmen dramatisch zu.

 

An dieser Stelle möchte ich noch einmal auf den im vorigen Jahr erschienen Medienberater "Gesund aufwachsen in der digitalen Medienwelt" aufmerksam machen, denn auch ich bemerke bei Kindern und Jugendlichen immer häufiger Symptome, die im direkten Zusammenhang mit einem übermäßigen Mediengebrauch stehen, wie z. B. Abnahme körperlicher Fähigkeiten; müde, dabei aber allgemeine körperliche Unruhe; Füße zappeln; keine Lust, sich anzustrengen; alles soll gleich richtig „funktionieren“ usw.

Wir alle und besonders die Eltern sollten uns unserer Verantwortung für alle Kinder bewusstwerden!

       Kontakt

 

       Bärbel Kahn

       Praxis für Dyskalkulie und

       Legasthenie

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       0511-10533482

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