Entwicklungsorientierter Ansatz

 

Die gesunde Entwicklung des Kindes steht in meiner Arbeit im Vordergrund. Das Kind muss sich in seiner Eigenart angenommen fühlen und es muss weit genug entwickelt sein, damit es zum Lernen bereit ist.

 

Das Wissen über die Entwicklungsschritte des Menschen, körperlich und seelisch-geistig, sowie meine pädagogisch-therapeutischen Erfahrungen bilden die Grundlage meiner Tätigkeit. Seit mehr als 17 Jahren begleite ich Kinder und Jugendliche in Einzelsituationen ein Stück weit auf ihrem Lebensweg. Schreiben, Lesen und/oder Rechnen zu erlernen fällt ihnen schwer. Doch warum? Und warum werden es offensichtlich immer mehr Kinder?

Meistens werden sie zu früh eingeschult. Ihre körperliche, die leibliche Reife hängt der wissensmäßigen hinterher, aber dieses Wissen ist ein Pseudowissen, ohne eigenes, inneres Verständnis! Das betrifft besonders die kleinen Jungen!

Mit Schulbeginn ist der Körper noch mit dem Nachreifen der leiblichen Fähigkeiten beschäftigt, das Kind wird aber schon kognitiv gefordert. Die zur Verfügung stehenden Kräfte reichen dann weder für den Nachreifeprozess noch für die schulischen Leistungsanforderungen aus. In dieser Situation bleibt das Kind in seiner gesamten Persönlichkeitsentwicklung wie stehen, es geht nichts weiter. Ausdruck dafür können z. B. ein verzögertes Wachstum oder/und ein verzögerter bzw. sogar gänzlich stehengeliebener Zahnwechsel sein. Meist sind die Kinder noch sehr anhänglich und verspielt und fühlen sich zu jüngeren Kindern hingezogen. Ihr Entwicklungsalter kann vom biologischen sogar mehrere Jahre abweichen!

Beim Kind führt das zu innerer und oft auch äußerer Unruhe und bei Eltern und Lehrern zu Unverständnis: Warum kann so ein pfiffiges Kind nicht lesen und schreiben oder auch rechnen erlernen?

 

Die Kinder beginnen sich auffällig zu verhalten. Mädchen reagieren mehr zur stillen, in sich zurückgezogenen Träumerin, Jungen häufiger zum unruhigen Störenfried, zum Klassenkasper. Damit sie ruhiger werden und in der Schule „funktionieren" bekommen sie Ritalin. Das ist schlimm! Und die Tendenz nimmt leider zu!

Diese Unruhe, als ADHS oder Aufmerksamkeitsstörung bezeichnet, ist eine Konzentrationsschwäche, verursacht durch die körperliche Entwicklungsverzögerung oft im Zusammenhang mit einer unausgereiften, instabilen Körperdominanz.

Um sich konzentrieren zu können, muss die Dominanz auf einer Körperseite stabil sein. Das Lebensgefühl verändert sich, der Mensch beginnt in sich zu ruhen.

Deshalb beginnt meine Arbeit mit dem Kind immer damit, die Körperdominanz zu stabilisieren und die Konzentration zu stärken. Serielle und Wahrnehmungsübungen, optisch und akustisch, laufen parallel dazu, Sprachübungen, singen sowie Mal- und Zeichenübungen begleiten den individuellen Entwicklungsprozess. Und immer muss sich das Kind dabei bewegen!!!

Eine stabile, gesicherte Körperdominanz und eine verbesserte Konzentration wirken sich schon bald auf die Merkfähigkeit aus - es bleibt "mehr hängen"! Das Selbstvertrauen des Kindes wächst, es erscheint persönlich stärker und es traut sich mehr zu.

Serielle Leistungen wirken sich sowohl im mathematischen Bereich, als auch beim Lesen und Schreiben aus, denn jede Einmaleins-Reihe besteht aus einer Reihe gleicher Zahlenabstände, jedes Wort aus einer Reihe genau vorgegebener Buchstaben, jeder Satz aus einer Reihe sinnvoll geordneter Wörter.

In meiner Arbeit muss ich darauf bauen, dass sich Eltern, Lehrer und auch das Kind als Partner verstehen. Für den Therapieerfolg müssen alle ihren Teil beitragen. Das Kind lässt sich durch mich führen, es erlangt durch wiederholtes Üben Fähigkeiten, die die Grundlage für das Aneignen von Fertigkeiten wie lesen, schreiben und rechnen bilden. Und es muss auch mitmachen wollen!!

Die Eltern gehen meinen Empfehlungen nach und lassen, wenn Kinder Probleme beim Sehen haben, z. B. eine Sehanalyse machen. Die Ergebnisse solch externer, spezieller Untersuchungen helfen mir, mit dem Kind in der geeigneten Weise zu arbeiten, so dass es Entwicklungsschritte aufholen kann, immer im eigenen Tempo!

Eine erstarkte Persönlichkeit und gute Leistungen in der Schule sind dann die Früchte der gemeinsamen Arbeit!

 

       Kontakt

 

       Bärbel Kahn

       Praxis für Dyskalkulie und

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